Die Profitänzerin und Choreografin Nicole Nau ist in Düsseldorf geboren, und lebt seit Jahrzehnten in Buenos Aires. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Tänzer Luis Pereyra, erforscht sie die ursprünglichen Wurzeln des Tango Argentino, und präsentiert das Ergebnis sowohl im Buch „Der Klang meiner Erde“ als auch in einer Show.

Vielfach kolportiert wird die Entstehung des Tango Argentino in verruchten Hafenvierteln in der Gegend des Rio de la Plata. Das Künstlerpaar Nicole Nau und Luis Pereyra stellen dagegen die These auf, dass der Tango viel „argentinischer“ ist als bisher angenommen und dass seine Wurzeln in der ländlichen Folklore sowie in der der vorkolumbianischen indigenen Kultur liegen. Der Tango habe seine Basis im „Tanzen in Erde und Sand“. Der Gaucho ist die zentrale Figur, die sich zum städtischen Compadre und damit zum Tangotänzer wandelte.
Im Teil 1 des Gesprächs (diese Episode) erzählt Nicole Nau über die Ursprünge des Tango Argentino, über den Unterschied – den es nicht geben sollte – zwischen dem Tanzen auf der Bühne und im sozialen Kontext der Milonga, über ihre Kritik am modernen Tango und an Wettbewerben, wie den jährlichen Weltmeisterschaften. Tango ist für sie eine „ernste Angelegenheit“. Der Tango sei ein ritueller, fast heiliger Moment der Begegnung.
Mit ihrem Ehemann Luis Pereyra und ihrer Company El Sonido de mi Tierra tourt sie durch die ganze Welt. Die Kraft des Tango stammt aus der „Kraft der Erde“ und der Geschichte unterdrückter Völker, das ist der Kernpunkt der aktuellen Show VIDA. Zu sehen ist sie in Österreich und Deutschland im Februar und März 2026, und dann nochmals 2027.

